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Day 27: Irland möchte uns noch nicht hergeben. Oder: Nordirland möchte uns nicht haben.

Nach einer längeren Facebook-Abstinenz geht es ab nun wieder weiter mit unserem Reiseblog. Wir sind in Nordirland angekommen und auf einige Probleme und Schwierigkeiten gestoßen. Erschöpft und fast am Ende der Kraft hatten wir keine Zeit zu posten. Dafür bekommt ihr jetzt fast täglich zwei Postings. Here comes the story:

Heute werden wir Irland verlassen und unser Glück in Nordirland versuchen, denken wir uns heute Morgen. Ach du scheiße, denkt sich Marc dabei. Blacklion liegt auf der irischen Seite. Geht man über die Brücke, so befindet man sich in Belcoo, auf der nordirischen Seite. Heute werden wir das erste Mal in Nordirland übernachten, denken wir uns. Aber Irland möchte uns noch nicht hergeben und wird uns heute noch ein letztes Mal auf dieser Weitwanderung zu sich holen. Aber dazu später mehr.

Sean macht uns heute Morgen Frühstück. Sean ist der nette Mann, der uns gestern bei sich übernachten hat lassen. Zur Verabschiedung schreibt Sean in unser schwarzes Büchlein der Nächstenliebe: „For Tom & Marc. It’s been a pleasure meeting you both and I think what you are doing is an inspiration for everyone that wants to do volunteer work. I’m glad I could give food & shelter for this cold winters night in November and I wish ye both well in the rest of your journey in Ireland. Best of luck and regards from Sean.” Dann möchte uns Sean noch 20 Euro in die Hand geben für eine warme Mahlzeit. Wir lehnen das Geld mehrmals dankend ab. Sean hat sehr viel für uns getan, er hat uns in dieser kalten Novembernacht eine warme Unterkunft gegeben. Er hat uns Essen gemacht. Und das beste von allem: Er hat uns einen warmen Whiskey serviert. Vielen Dank an dieser Stelle an Sean. Vielleicht sehen wir uns ja wieder einmal.

Und damit gehen wir heute Richtung Nordirland. Der heutige Tag ist gekennzeichnet durch einen ständigen Wechsel von Regen und Noch-Nicht-Regen. Als wir in Blacklion ankommen, hat es heute bestimmt bereits 15 Mal geregnet. „Noch über die Brücke gehen, dann ist Irland hinter uns“, denken wir uns. Eine EU-Außengrenze ist hier nicht sichtbar, nicht einmal wo Irland endet und wo Nordirland beginnt. Einzig ein Regenbogen, welcher quer über die Brücke verläuft, zeichnet die Grenze zwischen Irland und Nordirland ein. „Ein Regenbogen als Grenze, wie sympathisch“, denken wir uns, wohlwissend, dass es nicht immer so war und leider auch nicht immer so bleiben wird, verlässt Großbritannien doch die EU. Aber heute zumindest symbolisiert ein Regenbogen die EU-Außengrenze. Und dieser Regenbogen ist gewaltig und durchgängig. Jetzt müssten nur noch Einhörner herumfliegen. Aber ganz ehrlich, wir wissen wirklich nicht, wie es uns in Nordirland ergehen wird und wir deuten das als ein sehr gutes Zeichen (und nicht so als ob wir durch ein Tor die Wunderwelt verlassen müssen). Plötzlich zieht ein Gewitter unter den Regenbogen hindurch. Deute es wie man will, wir gehen weiter. Eine Grenze auf einer Insel ist sowieso idiotisch, denkt sich Marc, Grenzen sind idiotisch, naja Menschen sind idiotisch.

Auf der Mitte der Brücke verbeugen wir uns noch kurz vor Irland, als Geste des Dankes. Und damit erreichen wir Belcoo und somit Nordirland mit einem Vibrieren am Smartphone. Ein Couchsurfer hat soeben zurückgeschrieben. Sie möchte uns hosten und kommt aus Blacklion, also Irland. Tom und Marc müssen lachen, sie werden heute doch noch ein letztes Mal in Irland übernachten. „Irland möchte uns nicht hergeben“, sagt Marc zu Tom, welcher antwortet: „Oder Nordirland möchte uns nicht haben.“ Wie dem auch sei, heute zumindest haben wir ein warmes Bett und eine Mahlzeit. Vegetarisch, aber zumindest ein Essen.

Wir müssen jedoch warten, und das machen wir in der Kirche von Belcoo. Wir warten über drei Stunden. Ihr wisst bestimmt, wie kalt es in drei Stunden in der Kirche um diese Jahreszeit sein kann. Aber alles ist besser, als zu dieser Jahreszeit im Freien bzw. im Zelt übernachten zu müssen. Für viele Menschen jedoch harte Realität.

Schließlich holt uns Isabella, die Couchsurferin, doch noch ab. Heute gibt es Spaghetti mit Karotten und Falafel, Wasser aus der eigenen Quelle und sehr nette Unterhaltungen und super Musik der 50er. Ihr Freund Andy ist Fremdenführer und erzählt uns sehr viel über alte christliche Stätten in Irland (vielleicht die nächste Idee für eine Weitwanderung, nämlich diese Stätten zu verbinden, Caroline Allen?). Isabella ist Heilerin und stammt ursprünglich aus Italien. Wir dürfen keine Schuhe oder Patschen im oberen Stock, wo wir ein Zimmer für uns haben, benutzen, müssen aber Untersetzer verwenden – ihr Haus, ihre Regeln, uns egal. Die Gespräche sind interessant und nett, aber wir einfach zu müde. Bald schlafen wir heute ein. Und wir schlafen durch, bis in den nächsten Tag hinein. Dann startet tatsächlich unsere Reise in Nordirland.

There is never a headline, ‘bout a breadline.

Wer noch nicht weiß, was wir hier eigentlich machen – wir sammeln Wärme und Sonnenschein für Obdachlose Menschen in Form von Spenden für das Eggerheim in Klagenfurt.

Die Spenden kommen zu 100 Prozent der Obdachlosenhilfe der Caritas Kärnten, Eggerheim Klagenfurt, zugute. Spenden könnt ihr direkt auf das angeführte Bankkonto oder über die offizielle Website der Caritas unter https://www.caritas-kaernten.at/…/inlandskamp…/weitwandern

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