Day 28: Belcoo to Belleek, 46km

Day 27: Dowra to Blacklion to Belcoo, 22km.
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Day 29: Belleek to Pettigo, 21km.
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Day 28: Willkommen in Großbritannien

Isabella, die vegetarische Couchsurferin, bringt uns wieder zurück auf den Trail nach Belcoo. Und nun starten wir tatsächlich unsere Weitwanderung durch Nordirland. Mehr als 600 Kilometer sind wir durch Irland gewandert, von Castletownbere bis nach Blacklion. Wir haben gelacht, geflucht, geweint, geschrien, Freudentänze aufgeführt, haben sehr liebe zwischenmenschliche Beziehungen geknüpft, neue Freunde gewonnen, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe erfahren, haben im Zelt, in Pfarrhäusern, in eigenen Häusern, Campingplätzen, Kindergärten, Wohncontainern uvm. übernachtet und Irland genossen. Heute geht es mit Nordirland weiter. The Ireland Way folgt hier etwa 300 Kilometer lang dem sogenannten Ulster-Way, ein Loop, der die ersten paar Tage entlang der Grenze verläuft. Wir sind gespannt was Nordirland für uns zu bieten hat.

Der Tag startet mit einem Regenbogen. Im Grunde sollte das ein gutes Zeichen sein. Nordirland besitzt Bushaltestellen. Darüber sind wir sogar nach der zehnten Bushaltestelle noch richtig erstaunt. Ein Ort, wo man unterstehen kann. Und das auf dieser regnerischen Insel. Kaum zu fassen. Nordirische Häuser besitzen auch häufig Pavillons. „Das ist gar nicht so eine schlechte Idee in einem Land, wo es mehrmals am Tag regnet“, denken wir uns. Ich mein, keine einzigen Plätze, wo man sich vor dem Regen schützen kann, das würden wir in Gegenden wie der Sahara, Israel o.ä. verstehen. Aber sogar dort gibt es viel mehr Regenschutzplätze als in Irland. Aber nun sind wir in Nordirland, und siehe da, es gibt Bushaltestellen. Diese besitzen zwar keine Bank und sind zumeist am Boden trotzdem nass, aber sie haben immerhin ein Dach. Unvorstellbar. Und noch ein weiteres Gadget gibt es hier, das es für Weitwanderer in sich hat: Papierkörbe. Also Plätze, wo man seinen Müll entsorgen kann. Eine ziemlich gute Erfindung, würden wir meinen.

Wir gehen durch den Regenbogen und hoffen, dass dieser nicht den Ausgang aus dem Land der Magie, der Kobolde und Märchen darstellt, sondern ein weiteres Tor zu Wunder. Aber das werden wir auf unseren nächsten 300 Kilometern wohl noch sehen.

Heute regnet es gefühlte 20 Mal. Und wir sehen an die 20 Regenbögen. Regenbogen links. Regenbogen rechts. Regenbogen hinter uns. Überall Regenbögen. Und das stocknüchtern. Aber trotzdem kein Gold. Und trotzdem dürfen wir kein Geld benutzen (auch wenn Tom diese von Marc kurzerhand nach dem ersten Tag aufgestellte Regel nicht ganz versteht, obdachlose Menschen würden auch Geld benutzen, wenn sie eines geschenkt bekommen würden!!!). Schon oft hat Marc zu 20 Euro gesagt: „Nein, danke, aber wir dürfen kein Geld benutzen.“ Die andere Person sagt dann immer: „Aber dann könnt ihr dort drüben euch was zu essen kaufen.“ „Ach, nein danke“, kommt IMMER RASCH die Antwort von Marc. Tom würde die 20 Euro in die Hand nehmen und sich damit vier Bier im Pub kaufen. Ach, Tom wäre ein guter Sandler, wie er immer sagt. Das könnte er, darin hätte er Talent. Aber Spaß beiseite. Sehr oft ist es wirklich nicht leicht, Nein zu Geld zu sagen, das einem angeboten wird, nur um ein Zeichen für Nächstenliebe und Charity zu setzen, nur um auf die Thematik der Obdachosenhilfe aufmerksam zu machen. Zu schön wäre ein warmer Tee in einem Pub verlockend zu dieser kalten Jahreszeit. Aber irgendwo und irgendwann hat Marc scheinbar diese Regel aufgestellt. Und nun beharrt er darauf. Denn ohne Regeln macht Weitwandern keinen Sinn^^

Tom fällt heute beim Kacken sein Smartphone in den Bach und es wird dadurch kaputt. Es ist bereits das zweite Smartphone, welches Tom beim großen Geschäft zerstört hat. Beim ersten Mal hatte er einen Vollkasko. Und er musste eine schriftliche Schadensmeldung abgeben. Unfallereignis (möglichst Detailgerecht) stand da. Nun gut, möglichst Detailgerecht wurde es verschriftlicht… Schließlich mit Mag. Tom Glintschnig unterzeichnet.

Was sollen wir zur heutigen Wanderung sagen. Sie ist landschaftlich sehr schön. Sie ist uns aber zu lange. Doch wir wollen heute nicht irgendwo zelten. Wir wollen heute noch Belleek erreichen. Es ist klirrend kalt und wir möchten zumindest irgendwo im Trockenen bleiben können. Daher gehen wir fast ohne Pause und ziemlich schnell diese viel zu weite Wanderung. Viel mehr Zeit als auf den Boden zu starren und weiter zu wandern bleibt uns nicht, nicht mal wirklich für Fotos bzw. haben wir keine große Lust aufs Fotografieren. Aber es hat an die Null Grad und wird in der Nacht Minusgrade haben. Unsere Ausrüstung ist für Minusgrade im Zelt nicht gedacht.

Und tatsächlich, wir schaffen es. Im Finsteren und ziemlich spät erreichen wir Belleek. Und nun beginnt unsere Fragerei nach einem trockenen Plätzchen für die viel zu kalte Nacht. Zuerst suchen wir den Pfarrer auf. Aber dieser ist nicht da und nicht erreichbar. Danach fragen wir in diversen Tankstellen. Aber die Typen schauen uns nur blöd an und vermitteln uns zu einem B&B. Die Dame im Community Center schaut uns noch blöder an und schließt vor unseren Gesichtern wieder die Türe. Marc ist bereits ziemlich genervt von dieser Stadt und den dummen Nordiren. Auch in den Pubs sollen wir nicht Glück haben. Und die Privatpersonen lassen uns nicht einmal auf dem Rasen campieren bzw. unter dem Carport schlafen. Nach dem ungefähr 20. Mal fragen geben wir schließlich auf und schütteln unseren Staub ab. Kein Segen soll dieser Stadt zugute kommen, möge der Herr ihnen vergeben…Marc wird dramatisch. „Herzlich Willkommen in Nordirland“, denken wir uns: „Was für eine Scheiß-Stadt!“ Selbsterfüllende Prophezeiung blablabla jaja, aber nach 20 mal fragen, hätte eigentlich irgendetwas funktionieren müssen!?! Schließlich sehen wir ein Haus, das zu verkaufen ist und hier stellen wir genervt sehr spät in der Nacht unser Zelt auf. Es ist klirrend kalt, und es wird eine recht ungemütliche Nacht. Aber dazu später mehr, denn der nächste Tag beginnt allsbald.

There is never a headline, ‘bout a breadline.
Wer noch nicht weiß, was wir hier eigentlich machen – wir sammeln Wärme und Sonnenschein für Obdachlose Menschen in Form von Spenden für das Eggerheim in Klagenfurt.

Die Spenden kommen zu 100 Prozent der Obdachlosenhilfe der Caritas Kärnten, Eggerheim Klagenfurt, zugute. Spenden könnt ihr direkt auf das angeführte Bankkonto oder über die offizielle Website der Caritas unter https://www.caritas-kaernten.at/…/inlandskamp…/weitwandern

Danke!

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