Day 29: Belleek to Pettigo, 21km.

Day 28: Belcoo to Belleek, 46km
February 9, 2018
Day 30: Pettigo to Gortin, 60km
February 9, 2018
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Day 29: Mit Eisschuhen durch Nordirland

00:25 Uhr: Die Fenster der Autos bilden eine stärkere Eisschicht. Die nasse Straße wird eisig glatt. Tom liegt in seinem Schlafsack. Plus fünf bis null Grad steht drauf. Draußen hat es mehrere Minusgrade. Tom dreht sich im Kreis und zieht seine Beine an.

02:38 Uhr: Das Gras im Feld nebenan friert. Die Wasserflasche im Zelt eisig kalt. Tom liegt in seinem Schlafsack, welcher für diese Temperaturen nicht gemacht ist. Erneut schließt er den Reisverschluss, welcher kaputt ist und sich ständig von selbst öffnet. „Soll ich mich nackt ausziehen und zu Marc kuscheln?“, überlegt sich Tom zitternd: „Nein, davor sterbe ich in der kalten Nacht!“

04:18 Uhr: Die Pfützen am Parkplatz sind zugefroren. Tom liegt in seinem kaputten Schlafsack, welcher sowieso für diese Temperaturen nicht gemacht ist. Sein Kopf liegt auf einer Pfanne als Polster. Er greift sich an die Ohren und Nase: „Alles noch an seinem Ort, wo es sein sollte.“, denkt er sich. „Und andere Menschen müssen so im Winter überleben? Wie soll das denn möglich sein? Ich will einfach nur zusammenpacken und losmarschieren, damit mir wieder wärmer wird.“

07;00 Uhr: Beginn der Morgenroutine bei Minusgraden. Die sonst so nassen Schuhe sind leicht gefroren. Tom hat in einem Reisebericht einmal gelesen, dass man gefrorene Schuhe am besten mit der eigenen Wärme unter der Jacke wärmt. Eine blöde Idee, denkt sich Tom allsbald und steigt lieber in die leicht gefrorenen Schuhe. Sie werden schon von selbst trocknen. Zelt zusammenpacken und dann schleunigst losmarschieren

Auf der heutigen Wanderung sind die Straßen eisglatt. Hätten wir Eisschuhe, wir wären sehr rasch am Ziel unserer heutigen Wanderung angelangt. Die Straßen bleiben eisig. Die Pfützen bleiben heute zugefroren. Die Felder bleiben eisig. Und die Fenster sind am frühen Nachmittag bereits wieder mit einer Eisschicht bedeckt. Wir sind in Irland und es ist kalt. „Unter vier Grad wird es in Irland nie haben“, hat Marc noch vor Beginn der Reise zu Tom gesagt. Über vier Grad hatte es in Irland schon seit mehreren Tagen nicht mehr, nicht einmal tagsüber.

Wir wandern heute nach Pettigo. Und wir fragen den dortigen Pfarrer, ob er eine Unterkunft für uns weiß. Der Pfarrer selbst ist ziemlich neu hier. Aber wir wollen in der eisigen Kälte nicht schlafen. Wir können bei ihm übernachten. Wir sollen in drei Stunden wieder kommen. Also warten wir in der Kirche. Es ist eisig kalt. Nach etwa zwei Stunden beschließen wir ins Health Center zu gehen. Und dort sitzen wir im warmen, wie zwei Sandler. Aber es schließt nach einer halben Stunde. Erneut gehen wir in eine andere Einrichtung und warten hier die letzte Halbe Stunde wie heimatlose Menschen.

Wir schlafen heute beim Pfarrer. Es gibt Suppe und ein warmes Bett. Nordirland meint es doch nicht schlecht mit uns. Aber vor dem Einschlafen schauen wir nochmals auf unser Handy. Pettigo liegt zum Teil in Irland, zum Teil in Nordirland. Und wir liegen gerade im Bett in Irland, wenige Meter vor der Grenze zu Nordirland. Irland will uns zurück. Und Nordirland muss den gestrigen Abend ab Morgen wieder gut machen versuchen.

Der Pfarrer schreibt in unser schwarzes Büchlein der Nächstenliebe: “In Kenya they have a proverb: “A guest is a Blessing.” Thank you for Blessing me with your overnight visit and for the challenge of looking yet again at the experience of what it might be like to find yourself homeless and be dependent on the kindness of strangers. God bless each stage of your journey for yourself.”

Wir müssen heute vor dem Schlafen gehen auch noch eine Entscheidung treffen. Bis zur nächsten Ortschaft, Gortin, wird es ein Fußmarsch von 60 Kilometern sein. Entweder wir teilen diesen Marsch auf zwei Tage auf und übernachten im Zelt. Aber wir wollen nicht noch so eine Nacht im Zelt verbringen und die Suppe mit Brot hat uns nicht wirklich gesättigt. Oder wir durchwandern die 60 Kilometer in einem Stück. Wenn wir vor 21:30 Uhr in Gortin ankommen, somit die Strecke von 60 Kilometer vor halb Zehn Uhr Abends erreichen, dann würde die Dame vom Community Center in Gortin uns eine Unterkunft organisieren können. Vielleicht würden wir auch ein Essen bekommen, überlegen wir uns fragend. Aber 60 Kilometer bei den Temperaturen, nach den letzten beiden Tagen, und die halbe Zeit in der Finsternis der Nacht, vielleicht sogar im Regen, das könnte auch unser Ende der Weitwanderung bedeuten. Wir müssen also eine Entscheidung treffen und wir haben sie getroffen. Ob sie gut war oder ob sie unsere Weitwanderung beendet hat und ihr deshalb so lange von uns nichts gehört habt, das werdet ihr morgen erfahren. Heute jedoch schlafen wir zeitig ein.

Marc und Tom, alias BreadlineWalking

There is never a headline, ‘bout a breadline.
Wer noch nicht weiß, was wir hier eigentlich machen – wir sammeln Wärme und Sonnenschein für Obdachlose Menschen in Form von Spenden für das Eggerheim in Klagenfurt.

Die Spenden kommen zu 100 Prozent der Obdachlosenhilfe der Caritas Kärnten, Eggerheim Klagenfurt, zugute. Spenden könnt ihr direkt auf das angeführte Bankkonto oder über die offizielle Website der Caritas unter https://www.caritas-kaernten.at/…/inlandskamp…/weitwandern

Danke!

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